#171: Wer will’s denn noch machen? – Die komplexe Arbeit der Feuerwehrführungskräfte

Hier Florian Bad Soden 01, melde mich außer Dienst!

Natürlich sind beim Abschied eines 01, der 24 Jahre gedient hat und 42 Jahre aktives Mitglied war, viele Gäste gekommen. Aber damit hatte ich natürlich nicht gerechnet. hunderte von Feuerwehrleuten aus dem ganzen Kreis, Verwaltung, Politik, Freunde, Familie usw.

Und dann am späten Abend zuhause kommt die Eigenreflexion. Wie war das alles, wie hat das angefangen, wie wird es meinem Nachfolger ergehen? Ist es heute schwieriger? Ganz sicher, denke ich.

Führungskraft werden ist schon schwer, Führungskraft sein, noch viel komplexer

Ausbildung, Erfahrung, Einsatzerfahrung, Soft Skills, Führungsskills, jung, dynamisch, Ausstrahlung, Verständnis, Verwaltungserfahrung, Umgang mit politischen Vertretern, Rechtssicherheit in gewissem Maße, Auftreten in der Öffentlichkeit, vor Gericht, Presseaffinität, kameratauglich, aktiv zuhören, verstehen, mediieren, ausgleichen, Strömungen aufnehmen, komplexe Emotionen spiegeln, verstehen und verarbeiten. All das musst man auch irgendwie “können”. Sicher, einiges davon bekommt man beigebracht, aber eben nicht alles.

In hunderten von Gesprächen mit Feuerwehrführungskräften in Hessen und darüber hinaus, wurden mir deren Problematiken vor Ort geschildert. Vieles ist dabei örtlich unterschiedlich. das meiste aber ist doch gleich, denn in Feuerwehren kommen Menschen in allen Ausprägungen zusammen.

Immer weniger Konsens, immer mehr Komplexität

Immerwährende Präsenz und ständige Einsatzbereitschaft. In Sekundenschnelle müssen gut formulierte Statements parat sein. Dabei werden sowohl Bürger:innen, als auch Medien erheblich anspruchsvoller. Im Bereich der Medien ist die Konkurrenz groß und zusätzlich wird man schnell in den sozialen Medien “zerrissen”. Außerdem scheint sich das “Anspruchsdenken” in unserer Gesellschaft zu verstärken: “Ich Bürger:in, zahle Steuern und deshalb musst du…”

Die Welt verändert sich rasend schnell, Führungsausbildung auch

Wer möchte, dass wir auch in Zukunft Freiwillige-Feuerwehr-Führungskräfte haben, muss ihnen Handwerkszeug aushändigen, um mit den komplexen Führungsvorgängen fertig zu werden. Es reicht nicht mehr aus, das Handwerk zu lernen, es reicht nicht mehr aus, Befehle auswendig zu lernen und zu kontrollieren. Der Führungskreislauf alter Prägung hat ausgedient. Die neue Welt braucht flexible, emotional starke Führungskräfte.

Aber jetzt wünschen wir dir erst einmal viel Spaß mit dieser Podcast-Folge, 

dein Team von Brand Punkt

Hermann und Carina

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