#111: Geld löscht keine Brände

Unbezahlt aber unbezahlbar

Wenn es nur noch Berufsfeuerwehren gäbe, wäre der Staat finanziell stark gebeutelt. Es heißt ja nicht umsonst Freiwillige Feuerwehr. Natürlich muss es in größeren Städten Berufsfeuerwehren und in großen Betrieben eigene Werkfeuerwehren geben. Da ist das Gefahrenpotenzial so hoch, dass die Ausrückezeiten und -häufigkeiten eine BF erfordern und in größeren Werken so viel Gefahrenpotenzial, dass es absolute Spezialisten braucht.

Trotzdem stellen die “Freiwilligen” in der BRD über 94 % der Feuerwehrleute. Sie werden dabei für ihren gefährlichen Dienst nicht entlohnt. Das wissen wir natürlich wenn wir eintreten. Das heißt aber nicht, dass Feuerwehr keine Mittel benötigt, also ein “Schnäppchen” ist. Immer wieder aber gibt es auch Diskussionen über notwendige Mittel und deren Genehmigung. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, selbstverständlich müssen die “Forderungen” der Feuerwehren gut begründet und nachvollziehbar sein. Was aber Feuerwehrchefs landauf und landab nervt, und das wissen wir aus vielen Gesprächen, ist die Tatsache, dass ständig wieder die Hilfsfrist, die Erfordernisse des vorbeugenden Gefahrenschutzes, die technischen Neuerungen, der Bedarfs- und Entwicklungsplan, die Erlasse und Vorschriften, die Veränderungen in der Automobilindustrie (Stichwort Hybrid E-Technologie) usw. erklären müssen. Ja man hat manchmal das Gefühl, es ist ein immer währender Kreislauf von Misstrauen, der einem bei Haushaltsberatungen entgegenschlägt.

Das Politik immer ein Spiel zwischen Opposition und Regierungsfraktionen ist, wissen wir auch. Das politische Ränkespiel interessiert uns aber wenig und sollte eigentlich nichts mit der Feuerwehr zu tun haben. Die Erfahrungen aber sind, dass hinter manch vorgehaltener Hand gemunkelt wird, die sind zu teuer.

Gut verfolgen lässt sich das gerade beim Neubau von Feuerwehrhäusern oder bei der Beschaffung sehr teurer Fahrzeuge. Die Diskussion nimmt hier Züge an, die einem schlichtweg verzweifeln lassen.

Vielleicht sollten wir mal so antworten: Warum kostet eine Drehleiter so viel Geld? Weil ihr zu hohe Häuser baut und weil ihr Gebäude zulasst, die keinen zweiten baulichen Rettungsweg haben! Warum muss jedes Fahrzeug im Neubau einen eigenen Stellplatz haben, können manche nicht im Freien stehen? Weil das Spezialfahrzeuge sind und die auch bei Frost einsatzbereit sein müssen und zwar sofort! Warum braucht ihr ein Spezialfahrzeug für Gefahrgut? Weil ihr derartige Industrieansiedlung zulasst! Wieso kostet die Ausrüstung nur eines Feuerwehrmitgliedes bis zu 2.500 Euro? Weil die sich freiwillig in Gefahr begeben, da sollten sie bestmöglich geschützt sein! Warum brauchen die so teure Ausbildung? Usw.

Menschen die für andere die Köpfe hinhalten, ohne Entlohnung, mit dem Risiko selbst verletzt zu werden oder schlimmer, für die ist die beste Vorbereitung auf ihre komplexen Feuerwehrdienst gerade gut genug. Und jetzt Schluss mit der Diskussion!

Wenn die Freiwilligen schon freiwillig mitmachen, müssen sie auf ihren schwierigen Dienst perfekt vorbereitet sein. Trotzdem gibt es noch Wehren in der BRD, die um jeden Euro kämpfen müssen, sei es für ein neues Gerät oder Fahrzeuge, für einen Workshop mit Brand Punkt, den dann auch noch der Verein bezahlt oder sei es für sonst was. Geld löscht sicher keine Brände. Absolut nicht, deswegen ist keinerlei Berufsfeuerwehr flächendeckend sinnig. Das ist einfach nicht zu bezahlen. Aber aus den vielen genannten Gründen ist auch klar, dass Freiwillige auf Dauer demotiviert werden, wenn man sie ständig dafür kritisiert, dass sie zu teuer sind. Das haben wir in den letzten Jahren zu häufig gehört und davor kann man nur eindringlich warnen. Wenn ihr Probleme vor Ort habt, können wir mit unserer Expertise gerne unterstützen. Manche sachlich vorgetragene Sichtweise von außen, hat schon manchen Verantwortlichen mehr als überzeugt.

Erfahre hier mehr über aktuelle Veranstaltungen und über unsere Arbeit:

www.brand-punkt.de

Webinar “Stabil im Einsatz” am 10.12.2020, also morgen, 19:00 Uhr, mit 20 % Weihnachtsrabatt:

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Workshop: Krisenstab – wie sich Feuerwehren langfristig umstellen können?

17.12.2020, 19:00 Uhr

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