#072: Gesund ist das nicht, was wir da machen, oder? – Feuerwehrarbeit und Gesundheit

Jeder Mensch ist bestrebt gesund zu sein, zu bleiben oder gesund zu werden. Wenn wir einmal krank sind und das muss nicht mal ernsthaft sein, dann merken wir, was Gesundheit bedeutet. Sie ist essentiell und bestimmt jeden Lebensbereich. Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Also Grundvoraussetzung für ein gutes Leben. Da werden wir doch nichts tun, um dieses Grundelement unseres Daseins zu gefährden?

Wieso gehen dann aber Menschen zum Paragliding, zum Rafting, fahren Extrem-Ski von mehreren tausend Meter hohen Bergen herunter und kloppen sich im Boxring richtig eine drauf? Warum trauen wir uns dann auf deutsche Autobahnen, wo doch Unfälle in einer Häufigkeit vorkommen, die zumindest abschreckend wirkt?

Setzen wir uns also bewusst Gefahren aus? Klar tun wir das, denn das ist ja auch etwas das Salz in der Suppe. Gefahren sind im Leben ja normal, wenn sie kalkulierbar sind. Auf der Autobahn kann ich vorsichtig fahren und muss nicht rasen. Ein Phänomen, das man im zunehmenden Alter übrigens lernt. Wie ist das mit unserem Einsatzleben? Haben wir nicht extrem einen an der Klatsche? Einsätze sind doch wirklich gefährlich? Wiegen wir da unser Helfer sein gegen die Gefahren auf?

Wir versuchen uns entsprechend zu schützen, da gibt es gutes Equipment, gute Kleidung und eine klasse Ausbildung. Die Grundsatz-Untersuchungen sind wichtige Parameter für die körperliche Fitness der Einsatzkräfte. Das sollten wir auch ernst nehmen.

Aber trotzdem bleibt das ja gefährlich. Also was denn jetzt, sind wir bekloppt? Was als Risiko wahrgenommen wird, liegt mitunter im Auge des Betrachters und ist auch kulturellen Veränderungen unterlegen. Klettern galt früher als gefährlich, heute ist es Schulsport. Marathon war früher extrem, heute laufen zigtausende Menschen rund um den Globus jedes Wochenende Marathon. Gefahrstoffe sind heute weitaus besser erforscht, wie vor 100 Jahren. Wir können außerdem unterscheiden zwischen objektivem Risiko, das – unabhängig vom Mensch, der Einsatzkraft und seinen Herausforderungen innewohnt, und dem subjektiven Risiko, welches abhängig ist vom Wissens- und Könnensstand eines Menschen. Das subjektive Risiko kann also sehr unterschiedlich sein, je nach Erfahrungsstand einer Einsatzkraft. Ein Beispiel: Für ein Feuerwehrmitglied, welches jahrelang Einsätze gefahren hat, ist die Bewältigung eines bestimmten Einsatzes womöglich nicht ganz so riskant, weil er erfahren ist und vor allem seine Grenzen kennt. Weniger erfahrene Feuerwehrleute schätzen unter Umständen die eigene Leistungsfähigkeit und somit das Risiko falsch ein. Wir alle kennen jemanden, der noch einen zweiten oder gar dritten Einsatz unter PA hintereinander leisten will, weil er sich dazu in der Lage fühlt.

Tja, aber ganz ohne Risiko wäre das Leben langweilig und von Stillstand geprägt. Risiken sind schon notwendig für die eigene Charakterentwicklung und wer Vorankommen will, muss sie eingehen. Dennoch kann an dieser Stelle Erfahrung durch nichts ersetzt werden.

Jeder von uns muss also für sich eine gesunde Mitte finden und von den Erfahrungen der “Älteren” lernen.

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